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Junior auf dem Röntgentisch
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(Foto: Christina Seilkopf)

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Junior als Welpe; er ist ein Beauceron arlequino

 

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oder Hundeuntersuchung im Chaco

(Ricardo, 23.1.2003) Unsere Hunde hatten vor etwa fünf Monaten einen schweren Kampf mit einem grossen Ameisenbären. Ausgewachsene Tiere sind sehr stark und haben enorm kräftige Oberarme mit drei riesigen Krallen an den Vorderpfoten, bestimmt über 5 cm lang.

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Dabei hat es Junior am meisten erwischt. Sein, in zwei Teile gerissenes Ohr, ist jetzt gut verheilt. (Ausser in Frankreich kupiert man heute den Hunden, speziell auch den Beaucerons die Ohren nicht mehr. So haben diese jetzt "Lampiohren" anstelle von "Stehohren".) Da die Ohren also seitlich in Falten runterhängen, sieht man diesen Riss fast nicht - man sieht es nur, wenn man es weiss.

Was aber immer mehr und mehr auffällt ist die Tatsache, dass er seit dem Kampf vorne rechts hinkt. Manchmal mehr und manchmal weniger. Manchmal kann er nur auf drei Beinen gehen. Wir haben schon einiges versucht: Einbinden, Schienen, Salben, Heilerde, Kortison, Antiinflamatorio und und und. Alles half nichts, jedenfalls längerfristig nicht. Schwierig ist es auch, bei vier tobenden Hunden einen davon längere Zeit ruhig zu stellen.

Susanne meint: jetzt muss was geschehen. Wir versuchen ihn röntgen zu lassen oder wenigsten mit Ultraschall die Sehnen zu kontrollieren. Aber wo und wer hat sowas hier im Chaco? Susanne fragt in der Tierklinik von Filadelfia nach, ob sie einen Röntgenapparat haben. Sie haben keinen, wissen aber einen Arzt, der privat einen solchen Apparat habe. Dieser Arzt hat aber dummerweise sein Gerät bereits verkauft. Er schlägt uns vor, mit dem Hund ins Spital von Loma Plata zu kommen, um ihn dort zu röntgen.

Wir fahren also mit unserem Patienten ins Spital, wo bis jetzt sicher noch kein Tier Eintritt gefunden hat. Der Chirurgieprofessor, der übrigens in den USA und Kanada sehr berühmt ist (sie wollten ihn schon öfters abwerben) empfängt unseren Junior persönlich. Zudem scharen sich eine Menge weiterer Ärzte und Pfleger um unseren speziellen Patienten – mal was anderes (was ist das für eine Hunderasse? Aha! Soso!) Der Röntgenspezialist plaziert Junior auf dem Schragen und wir halten ihn fest. Der Chirurgieprofessor betrachtet anschliessend die Röntgenbilder und meint, der Hund habe eine Verletzung am Vorderbein und eine Luxation im Kreuzbereich. Wir sollten noch von dem-und-dem Tierarzt eine Beurteilung einholen und zum "Einrenker" (so heissen die Chiropraktoren hier) gehen, der könne sicher helfen.

Der Chiropraktor, resp. Einrenker behandelt unseren Hund anstandslos, renkte ihm den Rücken und die Vorderschulter zurecht und verlangt 10'000 Guaranies, das sind umgerechnet SFr. 2.-. (Die Röntgerei und der Kommentar vom Professor kostete umgerechnet 20.- SFr. Geht noch, oder?)

So, nun probiert mal in der Schweiz mit Eurem Hund ins Röntgeninstitut und zum Chiropraktor zu gehen. Auf die Story bin ich gespannt.

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