Dabei hat es
Junior am meisten erwischt. Sein, in zwei Teile gerissenes Ohr, ist jetzt gut verheilt.
(Ausser in Frankreich kupiert man heute den Hunden, speziell auch den Beaucerons die Ohren
nicht mehr. So haben diese jetzt "Lampiohren" anstelle von
"Stehohren".) Da die Ohren also seitlich in Falten runterhängen, sieht man
diesen Riss fast nicht - man sieht es nur, wenn man es weiss.
Was aber immer mehr und mehr auffällt ist
die Tatsache, dass er seit dem Kampf vorne rechts hinkt. Manchmal mehr und manchmal
weniger. Manchmal kann er nur auf drei Beinen gehen. Wir haben schon einiges versucht:
Einbinden, Schienen, Salben, Heilerde, Kortison, Antiinflamatorio und und und. Alles half
nichts, jedenfalls längerfristig nicht. Schwierig ist es auch, bei vier tobenden Hunden
einen davon längere Zeit ruhig zu stellen.
Susanne meint: jetzt muss was geschehen. Wir
versuchen ihn röntgen zu lassen oder wenigsten mit Ultraschall die Sehnen zu
kontrollieren. Aber wo und wer hat sowas hier im Chaco? Susanne fragt in der Tierklinik
von Filadelfia nach, ob sie einen Röntgenapparat haben. Sie haben keinen, wissen aber
einen Arzt, der privat einen solchen Apparat habe. Dieser Arzt hat aber dummerweise sein
Gerät bereits verkauft. Er schlägt uns vor, mit dem Hund ins Spital von Loma Plata zu
kommen, um ihn dort zu röntgen.
Wir fahren also mit unserem Patienten ins
Spital, wo bis jetzt sicher noch kein Tier Eintritt gefunden hat. Der Chirurgieprofessor,
der übrigens in den USA und Kanada sehr berühmt ist (sie wollten ihn schon öfters
abwerben) empfängt unseren Junior persönlich. Zudem scharen sich eine Menge weiterer
Ärzte und Pfleger um unseren speziellen Patienten mal was anderes (was ist das
für eine Hunderasse? Aha! Soso!) Der Röntgenspezialist plaziert Junior auf dem Schragen
und wir halten ihn fest. Der Chirurgieprofessor betrachtet anschliessend die
Röntgenbilder und meint, der Hund habe eine Verletzung am Vorderbein und eine Luxation im
Kreuzbereich. Wir sollten noch von dem-und-dem Tierarzt eine Beurteilung einholen und zum
"Einrenker" (so heissen die Chiropraktoren hier) gehen, der könne sicher
helfen.
Der Chiropraktor, resp. Einrenker behandelt
unseren Hund anstandslos, renkte ihm den Rücken und die Vorderschulter zurecht und
verlangt 10'000 Guaranies, das sind umgerechnet SFr. 2.-. (Die Röntgerei und der
Kommentar vom Professor kostete umgerechnet 20.- SFr. Geht noch, oder?)
So, nun probiert mal in der Schweiz mit Eurem
Hund ins Röntgeninstitut und zum Chiropraktor zu gehen. Auf die Story bin ich gespannt. |