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| Paraguay ¦ Meldungen ¦ Chaco ¦ Pflanzen ¦ Tiere ¦ Land und Leute ¦ Häuser und Siedlungen |
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Meldungen
aus dem Südamerikanischen Raum |
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PARAGUAY
POLITIK
Eine neue Ära beginnt in Paraguay
Neuer
Staatspräsident |
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(Aktuelle Rundschau,
August 2008)
Asunción (AR)
Am 15. August 2008 tritt der ehemalige
Bischof Fernando Lugo das Amt des Staatspräsidenten an. Lugo gewann
die allgemeine Wahl am 20. April mit dem Versprechen des Wandels nach 61
Jahren der von Korruption verseuchten Herrschaft der Colorado-Partei.
Allerdings
rätseln Analysten immer noch über die Richtung, die Lugo in Politik und
Wirtschaft einschlagen wird. Ein Regierungsprogramm ist in der
Öffentlichkeit nicht bekannt geworden. Das Volk wählte Lugo trotzdem, denn
nach Meinung vieler Analysten wollte es den "Wandel", koste es was es wolle,
und man habe auch dem "Bischof" Lugo vertraut.
Der
Vatikan entlässt Lugo aus dem
Priesterstand
Am 30. Juli wurde in Asunción bekannt, dass
Papst Benedikt XVI. den emeritierten Bischof Fernando Lugo in den Laienstand
zurückversetzt hat. Damit sind auch die letzten Zweifel bei katholischen
Bürgern entfallen, ob Lugo wirklich das Präsidentenamt antreten dürfe. Die
vatikanische Massnahme ist in der zweitausendjährigen Geschichte der
römischen Kirche einmalig. |
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PARAGUAY
POLITIK
Indianerin neue Präsidentin des INDI
Neue
Präsidentin des staatlichen Instituts für Ureinwohner-Angelegenheiten |
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(Aktuelle Rundschau,
10. August 2008)
Asunción (AR)
Margarita Mbywangi ist
Angehörige des Stammes der Axe oder Aché. Das Besondere bei ihr ist, dass
sie Häuptling oder Kazike jenes Stammes ist, was bei den häufig in
patriarchalischen Strukturen verbleibenden Indianern eine Seltenheit ist.
Ihre Kindheit verbrachte sie in den Wäldern des Departementes Canindeyú. Als
Kind wurde sie geraubt und verkauft. Erst mit 20 Jahren konnte sie fliehen
und zu ihrer Familie zurückkehren. Sie ist jetzt 46 Jahre alt, verheiratet
und hat drei Kinder. Momentan macht sie das Gymnasium und will in einem Jahr
das Abitur machen.
Als
Präsidentin des INDI hofft sie, eine "integrale Hilfe" an die 100.000
vorhandenen Ureinwohner des Landes geben zu können, besonders im Bereich
Gesundheit, Erziehung, Umweltschutz und Beratung. Sie ist sich bewusst, dass
es heute unmöglich ist, die Indianer in ihrer ursprünglichen Umgebung und
Lebensweise, isoliert von der Aussenwelt, zu bewahren. Aus dem Urwald
allein, als Jäger und Sammler, könne sich heute ein Indianer nicht mehr
ernähren.
Margarita
Mbywangi ist aber nicht unbestritten. Vertreter anderer Stämme lehnen sie
aus politischen Gründen ab. Zudem habe sie ihren Stamm der Axe Guayaki zum
bewaffneten Widerstand gegen den Stamm der Ave Guaraní geführt, um ein
grosses Gelände nicht teilen zu müssen, das der Staat für Ansiedlungen von
Ureinwohnern gekauft hatte. |
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PARAGUAY
WIRTSCHAFT
Zilldirektorin sucht 507 Container
Schmuggel |
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(Aktuelle Rundschau 10.
März 2007)
Asunción (AR)
In einem Rundfunkinterview musste die
Direktorin des paraguayischen Zollwesens, Margarita Díaz de Vivar, zugeben,
dass ihr Amt augenblicklich 507 Container suche, die von Argentinien nach
Paraguay verladen wurden, die jedoch niemals in Paraguay eintrafen.
Der Verdacht besteht, dass
diese Container in Argentinien heimlich entladen wurden, um die Waren als
Schmuggelgut innerhalb Argentiniens zu verkaufen. Eine andere Möglichkeit
ist, dass die Container doch nach Paraguay gelangten, allerdings nicht bis
zu einem Zollposten, sondern dass sie irgendwo am Flussufer abgesetzt
wurden, wo kein Zollbeamter hinschaute. |
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PARAGUAY
LOKALES
Berg Lambaré unter Preis verhökert
Schildbürgerstreich a la Paraguay |
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(Aktuelle Rundschau 10.
Febr. 2007)
Asunción (AR)
Der Berg Lambaré, im Gebiet der
Landeshauptstadt Asunción, wurde schon 1948 als "nationales Schutzgebiet"
erklärt. Auf seinem Gipfel erhebt sich das bekannte Denkmal des
Indianerhäuptlings Lambaré, der bis vor kurzer Zeit eine aus Bronze geformte
hl. Jungfrau in einer Hand hielt. Diese Jungfrau wurde vor einigen Monaten
geklaut. Ein weiterer Teil des Denkmals - eine Statue des ehemaligen
Diktators Alfredo Strössner - wurde vor ungefähr 6 Jahren abgerissen.
Das Gelände
wurde 2001 wegen unbezahlter städtischer Abgaben der Stadt Asunción
zugeschlagen, aber die entsprechende Eintragung im Grundbuchamt wurde
vergessen.
Das Land
figurierte weiterhin auf den Namen von Rossi S.A. Im Verlauf einer Affäre um
unrechtmässig erhaltene Kredite entstanden Honorarforderungen einiger
Rechtsanwälte gegen Rossi S.A.. Diese Rechtsanwälte waren informiert, dass
der Berg noch auf den Namen dieser Firma figurierte und leiteten ein
Verfahren ein. Es kam im Jahre 2004 zur Versteigerung des Geländes, die
jedoch derartig geheim ablief, dass die Öffentlichkeit davon keine Kenntnis
bekam. Das Gelände, mit einem Wert von 860.000 Euro, ging zu 7.700 Euro weg.
Die neue Eigentümerin, die das Gelände samt "Altar des Vaterlandes"
ersteigerte, ist eine Funktionärin des obersten Wahlgerichtes der Republik.
Es dauerte noch zweieinhalb Jahre, bis ein Mitglied des Stadtrates wegen
einer Anfrage eines benachbarten Geländes auf die geheimnisvolle
Versteigerung stiess. |
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PARAGUAY LANDWIRTSCHAFT
Johannisbrotbaum für den ChacoNützliche Pflanzen, die der Luft Kohlendioxid entziehen |
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(Aktuelle Rundschau 10.
April 2005) Filadelfia (AR)
Im Verlaufe eines Seminars über den Anbau nützlicher Pflanzenarten plädierte
Agronom Dr. Albrecht Glatzle von der INTTAS für den Johanisbrotbaum (algorrobo) und den
Leucaena-Busch. Vorteil beider Pflanzen ist die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft.
Der Algorrobo ist eine Pflanze, die spontan im Chaco wächst. Ein Hektar einer
Algorrobo-Pflanzung entzieht der Luft 25 Tonnen Kohlendioxid und das geht so ohne
Pflegekosten 40 oder 50 Jahre lang. Leucaena ist eine Pflanze von hohem Nährwert für
Viehfutter.
Die wirtschaftliche Bedeutung für Paraguay
liegt in der Tatsache, dass es heute weltweite Anstrengungen gibt, die Eçmission von
Kohlendioxid einzuschränken, weil dieses Gas für den langsamen Klimawandel unseres
Planeten verantwortlich gemacht wird.
Soweit die Reduzierung der Emission glaubhaft
gemacht oder "zertifiziert" werden kann, gibt es internationale Hilfsprogramme,
beispielsweise der "Bio Carbon Fund" der Weltbank, die Länder fördern, die
ihren Kohlendioxidausstoss drosseln oder unschädlich machen. Für diesen Monat wird der
Besuch einer Weltbankdelegation im Chaco erwartet, die den Sachverhalt vor Ort erforschen
soll. |
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PARAGUAY WIRTSCHAFT
Indisches Interesse an der Eisenbahn in ParaguayWeltweit grosses Interesse, die vor kurzem eingestellte Zugslinie mit
Dampfloks wieder zu betreiben |
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(Aktuelle Rundschau 10.
April 2005) Asunción (AR)
Im Rahmen eines Indien-Besuches versicherte der Geschäftsführer des indischen
Unternehmens IRCON der Aussenministerin Paraguays, dass eine Investition bis zur Höhe von
100 Mio. US$ bereitstehe, um die Anlage der Eisenbahn in Paraguay zu renovieren und
auszubauen. |
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PARAGUAY POLITIK
Auf der Suche nach den verlorenen 3.5 MillionenWie so oft: Regierungsgeld verschwunden |
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(Aktuelle Rundschau 10.
April. 2005) Asunción (AR)
Nachdem das Projekt der Uferbefestigung von Asunción in diesem Jahr endlich
starten sollte, gibt es unklare Aeusserungen zu dem Betrag von 3,5 Mio. US$, der von der
Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID) zur Verfügung gestellt wurde.
Nach Medienmeldungen haben "hohe
Vertreter" des Finanzministeriums und der Zentralbank bestätigt, dass weder im
Finanzministerium noch in der Zentralbank diese Summe vorhanden sei. |
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PARAGUAY INFO
Indianerkrieg in VorbereitungNicht
nur die Sojabauern sehen sich der Drohung ausgesetzt, dass ihre Grundstücke von
sogenannten "Landlosen Bauern" besetzt werden. Jetzt haben auch die indianischen
Ureinwohner unter dieser Landplage zu leiden.
Nicanor endlich gegen die
"Landlosen" Landbesetzer |
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(Aktuelle Rundschau 10.
November 2004) Curuguaty (AR)
In der Tat hat es schon einige Besetzungen von Gebieten gegeben, auf denen
indianische Stämme friedlich lebten. Die Indianer kamen dann meistens in die Hauptstadt,
um sich durch Betteln über Wasser zu halten. In einem Fall konnten sie ihr Gebiet wieder
in Besitz nehmen, doch fanden sie es verwüstet und fast ohne Bäume vor. Die
"Landlosen" haben schliesslich Motorsägen und mit Abholzen ist schliesslich
gutes Geld zu verdienen.
Jetzt scheint wieder eine Besetzung in
Vorbereitung zu sein. In der Umgebung von Curuguaty leben die Aché Guaraní auf einem
Gebiet von 8000 ha, das ihnen dazumal vom staatlichen Ureinwohnerinstitut INDI übergeben
wurde. 7000 ha sind noch von Wald bestanden. Es ist offensichtlich nur natürlich, das
andere Leute ihren Blick auf derart wertvolles Areal werfen.
Seit einiger Zeit gibt es ein Lager
sogenannter "landloser Bauern" am Rande des Indianergebietes die drohen, das
Gebiet zu besetzen. Die Indianer wollen ihr Gebiet verteidigen, denn sie zeigen sich in
Kriegsbemalung und mit Pfeilbogen. Die Landlosen allerdings haben Feuerwaffen. Es ist also
kaum zweifelhaft, wer bei einer Auseinandersetzung der Sieger wäre.
Nicanors Kehrtwende: Jetzt droht er
Landbesetzer
Nachdem Nicanor bisher den Besetzern
gegenüber eine eher tolerante Haltung an den Tag legte, ist bei Farmern und
Sojaproduzenten diese Wende in seinen Absichten mit Befriedigung aufgenommen worden. Denn
jetzt droht Nicanor in harten Worten, man werde nun aber wirklich unbarmherzig gegen
Rechtsbrüche vorgehen. |
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PARAGUAY POLITIK
Stroessner wird geehrtMan
vermisst die zu Stoessners Zeiten bestandene Sicherheit und Ordnung |
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(Aktuelle Rundschau 10.
Nov. 2004) Asunción (AR)
Der ehemalige Alleinherrscher Alfredo Stroessner lebte lange im brasilianischen
Exil und ist vor kurzer Zeit nach Paraguay zurückgekehrt. Er wird allerdings in einem
Militärgefängnis festgehalten.
Grosse Feier am 3. November
Der jetzt 93-jährige ehemalige
Alleinherrscher wird nach Meinung seiner Anhänger kaum noch in Paraguay irgendwie in die
Politik eingreifen können. Er ist zu alt geworden. Die Demonstration war mehr ein Hinweis
darauf, dass die Bevölkerung glaubt, bezüglich Sicherheit, Ruhe und Ordnung unter
Stroessner besser als heute gelebt zu haben. |
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PARAGUAY INFO
Deutschland finanziert AquäduktNach dem Besuch des paraguayischen Staatspräsidenten Nicanor Duarte
Frutos in Deutschland scheint das Problem der Finanzierung der Wasserversorgung des
Zentralchaco gelöst zu sein. |
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(Aktuelle Rundschau 10.
Nov 2004) Asunción (AR)
Das Projekt besteht aus einer 200 km langen Rohrleitung von Puerto Casado am Río
Paraguay bis in den Zentralchaco, wo hauptsächlich die mennonitischen Kolonien, aber auch
Ureinwohner und andere Gemeinschaften versorgt werden sollen.
Das leichte Ansteigen des Geländes ist ein
Grund der relativ hohen Kosten des Projektes. Die Pumpstationen sind teuer und die
Rohrleitung muss drucksicher sein.
Die Bundesrepublik Deutschland soll sich
grundsätzlich bereit erklärt haben, die Finanzierung des Projektes zu übernehmen. Ein
Teil soll als Schenkung kommen, der Rest als Entwicklungskredit zu niedrigen Zinsen. Die
Gesamtkosten liegen bei 70 Mio US$.
Der Zentralchaco dürfte nach Bau des
Aquäduktes einen grossen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, allerdings auch durch
Zuwanderung seinen bisher erhaltenen einmaligen Charakter verlieren. |
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PARAGUAY INFO
Paraguayischer Erfindungsgeist auf Abwegen: Selbst die Franzosen sind verblüfftParaguayer knacken das vernetzte Datenverarbeitungssystem des Zolls,
das französische Experten installiert hatten. |
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(Aktuelle Rundschau 10.
Juni 2004) Asunción (AFP)
Das paraguayische System "Sofia" ist ein Tochtersystem des in Frankreich
ausgearbeiteten Systems "Sofix", mit dem der französische Zoll, aber auch
Zollverwaltungen anderer Staaten, arbeiten. Die Leichtigkeit, mit der paraguayische
Übeltäter anscheinend dieses System verletzen und umfunktionieren konnten, hat bei den
Franzosen Verblüffung und Besorgnis hervorgerufen.
Das vernetzte System dient in Paraguay vor
allem dazu, den organisierten Diebstahl der amtlichen Kassierer zu verhindern. Doch die
"Muchachos" scheinen in ihrem Erfindungsgeist keine Grenzen zu kennen. Welche
Tricks jetzt benutzt wurden, ist noch gar nicht bekannt. |
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PARAGUAY INFO
Das harte Los der LosverkäuferJeder, der einmal nach Asunción reiste hat sie gesehen, die
sogenannten "Quinieleros". Es sind Männer und Frauen, die in einer Ecke einen
kleinen, aus einer alten Kiste gezimmerten Tisch aufgestellt haben. Ein wackliger Stuhl
gehört auch dazu, und schon kann man die Lotterie der kleinen Leute, die
"Quiniela" verkaufen. |
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(Aktuelle Rundschau 10.
Juni 2004) Asunción (AFP)
Im ganzen Land gibt es an die 15'000 Personen, die Tag für Tag, bei eisiger Kälte
oder brütender Hitze vor ihrem wackligen Tischchen sitzen, um diese Lotterie zu
verkaufen. Auf die Einsätze des Kunden bekommen sie eine Provision von 20%. Nicht viel,
aber für Quinieleros, die manchmal seit mehr als 30 Jahren dabei sind, haben ihre Kinder
in Ehren gross gezogen, ständig bedrängt durch fehlende soziale Absicherung. Denn dem
Vertrag nach sind sie freie Unternehmer, die sich selbst für Krankheit und Alter
absichern müssen. Nach dem geplanten, noch umstrittenen Steuergesetz werden sie auf ihre
Provision Mehrwertsteuer zahlen müssen.
Ein neues Problem ist aber eine vom
Unternehmen eingeführte Neuerung: ein kleiner Apparat, der wie ein Mobiltelefon aussieht.
Der Verkäufer schreibt nicht mehr, er tippt nur die Nummer ein und schon spuckt der
Apparat ein Stück Papier mit den Nummern aus. Tisch, Stuhl, Block und Kugelschreiber sind
also unnötig geworden. Und die jungen Leute (nicht die alten Verkäufer), die mit so
einem Apparat ausgerüstet wurden, laufen im Gebiet der traditionellen Verkäufer von Haus
zu Haus, von Büro zu Büro, und stellen so eine Konkurrenz dar, gegen die der Alte mit
seinem Wackeltischchen keine Chance hat. |
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PARAGUAY INFO
"Troja" bereits in ParaguayRaubkopien des Films "Troja" in Ciudad del Este bereits
zuhaben. |
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(Aktuelle Rundschau 10.
Juni 2004) Ciudad del Este (AFP)
In dieser ostparaguayischen Handelsstadt ist bereits eine Raubkopie von
"Troja" auf dem Markt. Die Kopie auf DVD ist von guter Qualität und kann für
drei Dollars gekauft werden.
Bei "Troja" handelt es sich um den
teuersten Film aller Zeiten, dessen Produktion 200 Mio. US$ kostete. Der Film wurde erst
Mitte Mai in Berlin erstmals vorgestellt, der Heimatstadt des Regisseurs Wolfgang
Petersen. Die Vertriebsrechte hält die amerikanische Warner Bros. |
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CHILE INFO
Modernes Chile!?Rettung
für lebendig Begrabene dank Alarmglocke
In Chile ist jetzt Scheidung erlaubt
Chilenischer Student muss zur Strafe
Computerunterricht geben
Gesundheitsministerium besteht auf Verteilung der
"Pille danach" |
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(Aktuelle Rundschau 25.
Mai 2004) Santiago de Chile (AFP)
Für lebendig Begrabene naht zumindest in Chile die Rettung. Auf
einem Friedhof werden in diesem Monat Särge mit einer Alarmglocke eingeführt, um
irrtümlich Bestatteten die Befreiung aus ihrem "Gefängnis" zu ermöglichen.
Die Idee dazu sei im Gespräch mit erfahrenen Bestattern und Friedhofsangestellten
entstanden. So seien an den Innenwänden von Särgen Spuren von verzweifelten
Befreiungsversuchen entdeckt worden.
Nach neunjähriger parlamentarischer
Diskussion hat sich Chile für die Einführung der Scheidung entschieden.
Die katholische Kirche hatte bis zuletzt Widerstand geleistet. Der Sozialist Lagos sprach
von einem "historischen Tag".
Weil er Raubkopien von
Filmen auf DVD verkauft hat, muss ein chilenischer Student kostenlos Computerunterricht an
öffentlichen Schulen geben.
Empört reagierte der Erzbischof von Santiago
de Chile auf die Aufforderung des chilenischen Gesundheitsministers, die "Pille
danach" zu verteilen. |
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PARAGUAY INLAND
Lehrer sein ist schwerBescheidenes
Gehalt - dafür frühe Pensionierung |
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(Aktuelle Rundschau 10.
Mai 2004) ASUNCIÓN (AR)
Als am 30. April der "Tag des Lehrers" gefeiert wurde, kam die
überraschende Tatsache ans Licht, dass ungefähr 4'000 Lehrkräfte an staatlichen Schulen
kein Gehalt für ihre Arbeit beziehen.
Es handelt sich um Lehrkräfte, die keine
Planstelle besitzen, dennoch in der Schule arbeiten, in der Hoffnung, dass sie im
kommenden Jahr ins Budget aufgenommen werden und somit eine Planstelle erhalten. Es gibt
jedoch Lehrer, die seit Jahren auf ihre Planstelle warten.
Neben diesen 4'000 Lehrern, die wenigstens
schon mal geschafft haben, dass man sie in einer Schule aufnahm, gibt es weitere 5'000
Lehrer, die keine Stelle finden.
Ein Lehrer erhält pro Schicht ein
monatliches Gehalt von 758.400 Guaraníes (ca. 110 Euro). Der Mindestlohn für einen
Arbeiter beträgt 972.413 Gs. Der Lehrer belegt aber meistens zwei Schichten pro Tag,
indem er vor- und nachmittags unterrichtet. Einige machen sogar drei Schichten pro Tag.
Ein Vorteil dieser Lehrkräfte ist eine grosszügige Pensionsregelung. Schon nach 28
Jahren Tätigkeit können sie in Pension gehen. |
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PARAGUAY POLITIK
Unauffindbare Abteilungen des Erziehungs- ministeriumsWo ist das Amt? |
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(Aktuelle Rundschau 10.
Mai 2004) ASUNCIÓN (AR)
Unter den Versprechen des Staatspräsidenten Nicanor Duarte Frutos befand sich auch
dies: Innerhalb der ersten 100 Tagen seiner Regierung würde man dem Erziehungsministerium
ein eigenes Gebäude verschaffen, damit die ständigen Umzüge und die hohen Mietkosten
vermieden würden.
Bisher änderte sich nichts. So liegen
sämtliche Abteilungen des Erziehungsministeriums weiterhin in angemieteten Gebäuden. Es
gibt ständig Umzüge, wenn ein günstigeres Mietangebot auftaucht, denn das Geld ist
knapp. Aus den Medien erfährt man, dass einige Abteilungen so oft umziehen mussten, dass
selbst die Kollegen in der Zentrale nicht in der Lage sind, dem fragenden Bürger die
Adresse anzugeben. |
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PARAGUAY NACHRICHTEN
Untergeschobene Leichname"Mau"
bedeutet in Paraguay, wenn etwas im illegalen Bereich abläuft. Eine geschmuggelte Ware
ist "mau", ein Rechtsanwalt, der sein Studium nicht abschloss, aber trotzdem in
diesem Beruf arbeitet (gibt es des öftern) ist ein "Mau-Rechtsanwalt". Und
jetzt gibt es auch "Mau-Leichname"! |
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(Aktuelle Rundschau 25.
April 2004) ASUNCIÓN (AR)
Die Toten werden in Paraguay oft in kleinen gemauerten Gebäuden abgestellt. Sie
lagern dort in verzinkten Särgen. Wenn das Gebäude, das "Panteón", mal neu
geweisst werden muss, stellen die Handwerker die Särge so lange nach draussen.
Nun haben mehrere Familien entdeckt, die ihre
Pantheone nur hin und wieder mal besuchen, dass im Innern Särge abgestellt wurden, die
sie noch nie gesehen hatten. Da hatten also andere Leute, die nicht das Geld haben, so ein
relativ teures Pantheon zu erstellen, den Sarg nach dem Kuckucksverfahren in das Gebäude
einer anderen Familie geschoben. Da nicht jede paraguayische Familie die Lust verspürt,
ständig das Innere ihres Pantheons zu überprüfen, kann eine derartige Situation
jahrelang unentdeckt bleiben. Es kommt meistens erst heraus, wenn der Platz knapp wird und
die Familie den Sarg eines verstorbenen Angehörigen unterbringen muss. |
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PARAGUAY INLAND
Wieder Überfall auf EntwicklungsbankDie staatliche paraguayische Entwicklungsbank (BNF) könnte bald im
Guinness-Buch der Rekorde eingehen. Es gibt wohl weltweit keine andere Bank, die in
wenigen Jahren so oft überfallen und ausgeraubt wurde, wie diese bisher ständig unter
Korruptionsverdacht stehende Kreditinstitution. |
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(Aktuelle Rundschau 25.
April 2004) FILADELFIA (AR)
Am 21. April, als in Loma Plata im Zentralchaco die Filiale der BNF gerade
schliessen wollte, fuhr ein Geländewagen vor, dem 8 Soldaten entstiegen. Es waren
offensichtlich keine Soldaten, sondern Räuber mit modernen Sturmgewehren. Die beiden
überraschten privaten Wachleute, die sich bald mit Handschellen gefesselt wiederfanden,
besassen dagegen nur ein Mauser-Repetiergewehr aus dem Chaco-Krieg (1932-35) und eine
Pistole.
Die "Soldaten" waren nervös, so
dass beim Aufschliessen des Tresors der Schlüssel abbrach. So mussten sie sich mit dem
Geld der Schalterkasse begnügen. Zudem "arbeiteten" sie ohne Handschuhe, sodass
man sie anhand der Fingerabdrücke wohl irgendwann erwischen wird!?!???
Der Filialleiter erklärt, dass man die
Polizei nur mit einem Handy anrufen könne. Eine Alarmanlage gibt es nicht. Bei der
endlosen Reihe von Überfällen besteht stets der Verdacht, dass Funktionäre der Bank
ihre Hand im Spiel haben. Der Gesamtschaden geht in die Milliarden Guaranies. |
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